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| Land und Leute |
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| Im Frühsommer 2006 war die Zeitenspiegel-Reportageschule Günter Dahl mit Teilnehmern des Reportagelehrgangs 2006/2007 im Casentino. Sie recherchierten hier zu einigen interessanten Themen. Die Ergebnisse, die sehr persönlich Auskunft geben über Land und Leute, sind in dem Heftchen abgedruckt, das man sich hier ansehen kann: |
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Natürlich sind alle in dieser Broschüre zusammengefassten Artikel subjektiv gefärbt und betrachten das Casentino gewissermaßen von außen und mit wohlwollenden und staunenden Augen. - Was es hier alles gibt!?
Zwar sind nicht alle dieser Artikel jetzt noch aktuell: wer zum Beispiel Simona Lacrimini sucht, wird sie auf der Azienda Agricola Casentinese nicht mehr finden. Dennoch: Diese und weitere Menschen bilden sozusagen die Spitze der Geschichte dieses Fleckchens Erde. Ihren traurigen Höhepunkt hatte diese sicherlich zu Zeiten der Besetzung durch deutsche Truppen im 2. Weltkrieg, aber sie beginnt natürlich nicht hier. Sie reicht auch weiter zurück als bis ins 13. Jahrhundert, als Dante in der Schlacht von Campaldino auf der Seite der siegreichen Guelfen gegen die Ghibellinen kämpfte. Sie umfasst die Präsenz von Franz von Assisi, der in dem wildgelegenen Kloster von La Verna auf seinem Steinbett die Stigmata Christi empfing, ebenso wie vielleicht zweihundert Jahre früher die von deutschen Mönchen, die oberhalb von Talla ihre Badia di Santa Trintià erbauten. Es gibt Reste von etruskischen Opferstätten, auf denen später romanische Kirchen erbaut wurden, und das Tal ist so unzugänglich und abgeschieden, dass es angeblich Hannibal und seinen Elefanten einige Winter lang Schutz vor den Römern bot.
Man kann ganz großartig im Casentino einfach nur abhängen und sich so oder anders um die eigene Seele kümmern, aber wenn man will, sieht man überall die Spuren seiner Geschichte, Bauwerke, Ruinen, und trifft Menschen, die entweder so in ihrer Tradition verwurzelt sind, wie man es sich von Bewohnern dieses Tals auch erwartet - oder aber solche, die sich meilenweit über sie erhoben haben: Casentinesen, die aus Tradition und Weltsicht ihren Erfolg geschmiedet haben, oder zum Beispiel auch die vielen Deutschen und allgemein Ausländer , die hier ihre Alternative zu deutschem Konsum und sozialen Zwängen gesucht haben.
Überhaupt diese Ausländer: sie sind richtig auf dem Land angekommen, bauen Gemüse an und züchten ihr Kleinvieh - jedenfalls wenn sie zu denen gehören, die wirklich hier leben - aber sie tun inzwischen auch viel mehr:
Sie geben Musikkurse, verkaufen eigenen Honig oder Käse, vermieten Ferienwohnungen,makeln auf ihren Internetseiten gestalten diese für Kunden, betreiben ein Hotel, eine Kunstgalerie, fertigen Schmuck und verkaufen ihn auf Märkten, unterrichten Fremdsprachen, reiten Pferde zu, handeln mit Motorrädern und Motorradersatzteilen, oder verwalten und pflegen Ferienhäuser.
Und dann gibt es auch noch die vielen, die sich ihr Ferienhaus hier gekauft haben, oder ihren Alterswohnsitz. Sie alle jedenfalls haben von der Lage des Casentino profitiert: einmal, weil sie den Ort gefunden haben, den sie gesucht haben, abgeschieden, ruhig und schwer zu erreichen, kommerziell und durch die Höhe und Enge auch landwirtschaftlich nicht ideal nutzbar, und zum andern, weil sie ihre Anwesen deshalb für relativ wenig Geld haben erwerben können. Die Preise haben allerdings in den letzten Jahren deutlich angezogen, auch die Italiener selber haben inzwischen längst die Vorzüge dieses Tals zu schätzen gelernt
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