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| Sant'Anna, film e polemiche |
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"Das Wunder von Sant'Anna", der neue Film von Spike Lee, ist in Italien gerade herausgekommen und wird äußerst kontrovers diskutiert. Er ist in guter Hollywood-Manier von einem geübten Regisseur gedreht worden und ist deshalb anscheindend unter dem Blickwinkel der erzählten Geschichte und der technischen Umsetzung und Mittel über jede Kritik erhaben, und wird deshalb von vielen begeistert aufgenommen. Die Geschichte selber allerdings, die erzählt wird, wird so nicht hingenommen: |
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In Spike Lees Film, der auf den gleichnamigen Roman von James McBride zurückgeht, geht es um eine Gruppe von ausschließlich schwarzen amerikanischen Armeeangehörigen. In einer erfundenen Geschichte sollen diese "Buffalo Soldiers" endlich die Ehre erfahren, die ihnen gebührt.
Allerdings spielt sich diese hommage vor dem Hintergrund des leider wahren Massakers vom 12. August 1944, in dem 560 Frauen, Alte und Kinder von NS-Truppen niedergemetzelt wurden, ab. Und Spike Lee stellt in seinem Film (wie der Roman auch) dieses Gemetzel als Racheakt der Deutschen und als Resultat eines Verrats eines Partisanen dar.
Das wollen die wenigen noch überlebenden Partisanen natürlich nicht hinnehmen, zumal 2005 in La Spezia in einem spektakulären Prozess ganz klar festgestellt wurde, dass es sich bei diesem Massaker um eine schon vorher überlegte und abgesprochene Aktion handelte, in der jegliche Form des Widerstands abgeschreckt und bestraft werden sollte. Weil dies so klar bewiesen werden konnte, bewertete das Gericht das Massaker nicht als Kriegsverbrechen, sondern als Akt des Terrorismus und verurteilte die beteiligten SS-Öffiziere zu einer lebenslangen Haftstrafe.
Spike Lee kannte dieses Urteil und wusste also um die geschichtlichen Fakten. Er ignoriert aber das Gerichtsurteil, indem er als einzigen sicheren Punkt das Massaker selber ansieht und meint, dass jede Art von Diskussion über die Vergangenheit doch als positiv zu bewerten sei.
Dass er mit seiner Meinung zumindest nicht allein steht, sieht man daran, dass ihm inzwischen vom Bürgermeister von Stazzema die Ehrenbürgerschaft des Ortes verliehen worden ist.
Eine sehr anrührende und erhellende Sendung zu diesem Thema kann man sich (auf italienisch)
hier anhören!
Zeitungsartikel dazu:
Repubblica vom 29.9.
Süddeutsche vom 6.10.
Einige der verurteilten SS-Männer leben übrigens heute immer noch auf freiem Fuß in Deutschland!
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